Für Menschen mit Variationen

Verwöhnt und Unglücklich

Ich brauch nichts, ich will nichts! - Das ist eine Lüge! Zu glauben, dass ich nichts brauche ist eine Lüge, aber die noch größere ist die, zu glauben, dass ich nichts will. Ich will ständig was. Entweder will ich, dass mein Freund anders zu mir ist, oder ich will, dass mein Arbeitgeber netter ist und manchmal will ich solch platonische Kleinigkeiten wie ein neues Shirt, neue Chucks für den Sommer, einen Urlaub und einen Strandbody dazu. Ich willl aber nichts dafür bezahlen und schon gar nicht etwas dafür tun. Gehöre ich zur Generation Verwöhnt? Tatsache ist, dass wir harte Arbeit nicht mehr zu schätzen wissen, nicht wir und auch nicht Arbeitgeber. Ich arbeite mit meinen 5 Jahren im Job zwar noch nicht lange, habe aber gemerkt wie der Hase läuft. Wäre ich schlank und stiller, würde ich – mit dem nötigen „Engagement“ (nicht zu verwechseln mit Fleiß!) eine geringe Chance haben eine führende Position zu erhalten. Zwar immer noch nicht mit angemessenem Verdienst, aber darüber kann man ja reden, wenn ich mir die Eierstöcke abklemmen lasse. Ich könnte mich auch hochschleimen, aber das passt nicht zu mir. Ich mache meine Arbeit gut, aber großartig gewertschätzt fühle ich mich nicht. Ganz im Gegenteil! Ich habe eine zu große Klappe und erdreiste mich auch noch stolz auf meinen Job zu sein! Ein No-Go in einem Busieness wie die Bank... aber ich schweife ab. Die Geschwister meines Patenkindes – alle um die 8 herum – haben Smartphones. Die älteste hat ein Samsung Galaxy S5, ich habe ein S3 – und das darf um Himmels Willen nicht kaputt gehen. Ich kriege nichts gespart, aber ich kriege auch nichts geschenkt! Vielleicht bin ich auch nur neidisch, aber ich frage mich wirklich, ob das alles so richtig ist. Ich versuche mich zu definieren. Meine gespaltenen Persönlichkeiten machen es mir dabei deutlich schwer. Der große Trend ist natürlich, sich über Mode zu definieren. Mir fällt das schwer. Ich finde nichts passt zu mir und ich kann mir nicht selbst etwas nähen. Ich bin mit meiner Figur immer zwischen den Größen und nie passt etwas wirklich wie angegossen. Ein Lieblingsstück sucht man in meinem Kleiderschrank vergebens. Wenn etwas gekauft wird, dann it das mehr so etwas wie eine Momentaufnahme. Man kann an meiner Kleidung erkennen, was ich im Moment des Erwerbs gehofft und mir von dem Stück erwünscht habe. Vieles was ich mir kaufe soll mich gepflegter und geschäftsmäßiger aussehen lassen, dabei aber nicht am Sexappeal sparen. Ganz klar: Des Königs neue Kleider – unmöglich! In einem Anfall von Wahnsinn habe ich meinen Kleiderschrank auseinander genommen und vollkommen entrümpelt. Die Kleidung die mir nicht passt wurde ausgemistet, verschenkt, verkauft und gespendet. Es macht keinen Sinn über Jahre Hosen aufzubewahren die man zwar im Angebot ersteigern konnte, jedoch nie getragen hat weil sie einem nie gepasst hat. Auch wenn ich grade mal wieder vier Kilo abgenommen habe. Ausserdem freue ich mich darauf neue Kleidung holen zu können. Und da kommen wir wieder zurück auf mein Problem. Ich lebe für den Konsum. Genugtuung gibt es bei mir offensichtlich nicht. Ich bin stetig unzufrieden und dies vor allen Dingen mit mir selbst. Werde ich glücklicher sein wenn ich 40 Kilo abgenommen habe? Werde ich zuriedener mit meinem Aussehen sein, wenn die Behaarung im Gesicht weg gelasert ist? Werde ich nach dem Studium und einem Job mit Beamtenstatus und mehr Geld glücklicher sein? Werde ich glücklich sein, wenn im am Strand liege, den Dring in der Hand, eine tolle Figur meinen Mann an meiner Seite unter er Sonne Balis? Und noch wichtiger: Werde ich merken, wann etwas „genug“ ist? Also, wer oder was bestimmt mein Handeln und Denken und gehöre ich zur Generation-Verwöhnt?

29.4.15 22:34

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